~ Maxim ~
Erstmal ein wenig zur Vorgeschichte. Also, es
war im
Jahr 1997 und ich kam in die weiterführende Schule - aufs Gymnasium der
Bettinaschule. Dies blieb bis heute mein allerschönstes Schuljahr. Am
ersten Tag
des Schuljahres schaute ich mich um, wer von nunan meine neuen
Klassenkameraden
sein sollten.
Wenn man mit 12 Jahren schon weiß, was das
Wort
Liebe bedeutet, würde ich behaupten, es war Liebe auf den ersten Blick.
Am Ende des Schuljahres und einem nicht all zu guten Zeugnis
entschied
meine Mutter dann, dass ich das Schuljahr freiwillig wiederholen sollte -
und
zwar auf einer anderen Schule (Gesamtschule GBS - Gymnasialzweig). Dort
fiel mir
wirklich vieles leichter auch wenn ich schon sehr wütend auf meine Mom
war, weil
sie mich eben von dieser tollen Schule runter nahm.
Da fiel er mir auf: blonde Haare, blaue Augen, etwas sehr
aktiv,
laut Lehrern ein Problemfall, da er zum zweiten Mal wie sich rausstellte
sitzen
geblieben war - Maxim.
Ich hatte mit einer Klassenkameradin der
Bettinaschule
noch weiterhin ab und zu Kontakt, weil sie bei meinen Eltern um die Ecke
wohnt.
Dann kam eines der schrecklichsten Tage für mich - der 22. Februar des
Jahres
1999. Ich stand vor unserm Haus, weil wir Freunde besuchen fahren
wollten und
begegnete der alten Klassenkameradin. Da
stürzte für mich eine Welt zusammen und ich fragte mich sehr oft, wieso
Gott ihn
nicht irgendwie hatte aufhalten können, er war 14 Jahre jung! Viele
Erinnerungen
kamen hoch und ich war auch ein wenig enttäuscht, dass diese
Klassenkameradin
mir nicht früher davon erzählt hatte - ich wäre beispielsweise gerne auf
die
Beerdigung gegangen aber wenigstens habe ich es überhaupt erfahren.
Einen Tag später rief ich sie an und fragte, wie und vorallem warum er diesen Schritt getan hat. Sie antwortete, dass er sich in der Nähe der Uniklinik auf die Gleise gelegt hat. Seine Mutter war viele Jahre alleinerziehend gewesen und sagte ihm, dass wenn er nicht da wäre sie sich längst umgebracht hätte, dass sein Vater noch weitere Frauen hatte und er noch x Halbgeschwister hätte.
Ich entschied mich dann - unbekannterweise, der Mutter einen Beileidsbrief zu schreiben und sie schrieb mir folgendes zurück:
(Für alle die das nicht so gut lesen können: "Liebe Ani-Sarah! Du weißt sicher, daß in meinem Herzen die Sonne untergegangen ist. Mit Deinem Brief ist ein kleiner Sonnenstrahl zurückgekommen!!! Ich danke Dir sehr dafür! Du warst bisher die Einzige der Mitschülerinnen und Mitschüler, die mir persönlich geschrieben haben. Behalte Maxim lieb in Deinem Herzen - denn nur so wird er weiter bei uns sein!!! Ganz liebe Grüße Margrit Lock")
Wenige Wochen nach diesem Brief
entdeckte meine Mutter dann folgende Anzeige in der Zeitung:
Jahrelang war ich auf der Suche nach einem Foto von ihm und vor genau einem Jahr bin ich, dem Internet sei Dank an eins gekommen. Also, für alle, die nach den vielen Jahren die er nun nicht mehr unter uns ist nicht mehr so genau wissen, wie er aussah kommt nun das Bild:
Ein weiteres Jahr später, also am 17. November 2006 kam ich durch das Praktikum in der Unibibliothek auch an die Todesanzeige:


Wenn ihr zu all dem noch Fragen haben solltet oder ähnliches dann könnt ihr mir gerne schreiben: ani_sarah@gmx.de